Uni Tübingen

Protokoll Exkursion Bad Urach 2000

Linie

 

Home
Route
Landeskunde
Schutzgebiete
Bad Urach
Tourismus
Agenda 21
Literatur



Zum Lehrstuhl

Thema 4: Tourismus in Bad Urach

Das touristische Potenzial Bad Urachs
Bisherige Entwicklung des Tourismus
Heutige Situation
Bad Urach morgen...

Das touristische Potenzial Bad Urachs


Uracher Wasserfall
(Quelle:
Touristikgemeinschaft Schäbische Alb)
Der Tourismus stellt für die Gemeinde Bad Urach eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine dar. Ein erheblicher Anteil der vorhandenen Arbeitsplätze in Bad Urach ist direkt und indirekt vom Tourismus abhängig. Seine historische Innenstadt mit gut erhaltener und gepflegter spätmittelalterlichen Fachwerkliteratur und ausgewiesenen Themenrundwegen lockt viele Besucher und auch Kurgäste zu einem Spaziergang durch die Altstadt. Der Tourismus ist jedoch nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor in Bad Urach: Aufgrund des Kurbetriebs besteht ein reichhaltiges kulturelles Angebot, das auch von der lokalen Bevölkerung intensiv nachgefragt wird. Bad Urach liegt in landschaftlich attraktiver Lage. Seine naturräumlichen Besonderheiten, wie z. B. der Uracher Wasserfall, die mineralreichen Thermalquellen sowie sein gut ausgebautes Wanderwegenetz sind elementare Bestandteile seines touristischen Potenzials.

Bisherige Entwicklung des Tourismus

Die Funktion Bad Urachs als ein bedeutendes Tourismuszentrum in der Region reicht weit in das letzte Jahrhundert hinein. Bereits vor ungefähr 100 Jahren wurde im Luftkurort Urach ein Sanatorium eröffnet.
Anfang der 1970er Jahre wurde das erste Thermalbad in Urach eröffnet, das sehr schnell weiter ausgebaut wurde. Im Herbst 1975 erhielt Urach das Prädikat "Ort mit Heilquellenbetrieb". Damit war der Startschuß für die weitere Entwicklung des Uracher Kurbetriebs gegeben: Kurpark, Haus des Gastes, Kliniken, Hotels und das Freizeitbad Aquadrom entstanden im Anschluss daran. Anfang der 80er Jahre wurde aus "Urach" das "Heilbad Bad Urach", damit war ein wichtiger Abschnitt in der touristischen Entwicklung des Ortes abgeschlossen.
Die Quellen, die zu den mineralreichsten und wärmsten Quellen des Landes Baden-Württemberg gehören, bilden den Mittelpunkt des Kurbetriebs (vgl. KBU 2000).
Thermen
Per Webcam in die Thermen...
(Quelle: http://www.topin.ch/de/badurach/)
(bitte anklicken)

Neben den Thermalquellen lockt die Schönheit der Landschaft viele Besucher nach Bad Urach. Am Uracher Wasserfall, um nur ein Beispiel zu nennen, wurde bereits im 19. Jahrhundert ein Teehaus betrieben. Malereien, Gedichte und andere Kunstwerke zeugen von einem regen Besuchertreiben am Uracher Wasserfall, der mit seinen Kalktuffen schon damals fremdenverkehrswirksam war.
Mit dem Bau des Kurzentrums auf der grünen Wiese außerhalb des bestehenden Ortes entstand in Bad Urach ein zweites Zentrum. Dies hatte sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Einerseits wurde die lokale Bevölkerung in ihrem Alltagsleben nicht von den Besucherströmen beeinflusst, auf der anderen Seite entstand eine Konkurrenzsituation zwischen den beiden Zentren. Das kulturelle Angebot in Bad Urach konzentrierte sich sehr stark auf das Kurzentrum. Theatergastspiele, Konzerte, Vorträge, Dia-Abende und andere Veranstaltungen fanden hauptsächlich im Haus des Gastes statt.
Heute versucht man die Diskrepanz zwischen Kurgebiet und Innenstadt zu vermindern, indem man u. a. bewusst Kurveranstaltungen in die Altstadt verlegt. Dadurch sollen die beiden Zentren stärker miteinander verflochten werden.

Heutige Situation

Durch Neuregelungen im Gesundheitssystem veränderte sich zu Beginn der 1990er Jahre die Situation in Kurorten, was sich vor allem in einem Rückgang der Besucherzahlen bemerkbar machte. Bad Urach blieb vor großen Besuchereinbrüchen weitgehend verschont. Dennoch wurde eine Umstrukturierung angestrebt. Neue Nischen wie z.B. die Rehabilitation, das Erleben von Natur und Wasser sowie wellness-orientierte Angebote sollen erschlossen und ausgebaut werden. Neben dem "typischen Kurgast" ab 50 mit gutem Einkommen sollen zukünftig auch neue Zielgruppen wie Familien mit Kindern gewonnen werden.
Auch dem Tagestourismus wird eine wichtige Rolle zuteil. So ist dieser wesentlicher Bestandteil des neuen Tourismuskonzepts für Bad Urach, das von der Arbeitsgemeinschaft Fremdenverkehr (AGF) momentan erarbeitet wird (vgl. HEPP 2000). Die AGF ist ein selbständiger Verein aus Gastronomen, Hoteliers, Einzelhandel, Vermietern, Gemeinderat und Tourismusinteressenten. Die Geschäftsführung hat die Kurdirektion als Teil der städtischen Kurverwaltung inne.
Das vorhandene Leitbild für den Tourismus stammt aus den 80ern und bedarf einer Überarbeitung. Die anstehende Aktualisierung des Leitbildes betrachtet die AGF als eher zweitrangig, Priorität gilt der Ausarbeitung und Umsetzung von Projekten.
So war für das Jahr 2000 ein wichtiges Ziel, das fast ausschließlich betriebene Kurmarketing zu erweitern und mit dem Stadtmarketing zu verknüpfen. Hierfür wurde der "Event-Kalender 2001" erstellt, in dem Themenwochen, Ereignistage und sonstige touristische Veranstaltungen zusammengestellt werden. Für 2001 ist die Zertifizierung der privaten Ferienwohnungen vorgesehen.

Bad Urach morgen...

Zukunftsfähigkeit im Tourismus spielt eine wichtige Rolle für Bad Urach. Thematische Neuorientierung und Profilierung der Stadt sind dabei wesentliche Aspekte.
Durch die Partizipation am Netzwerk Erdgeschichte z. B., einem Netzwerk aus verschiedenen Tourismusakteuren, wurde einer nachhaltigen Tourismusentwicklung zugestimmt. Weiterhin nimmt Bad Urach aktiv am Runden Tisch Geopark Schwäbische Alb teil. Durch eine enge Zusammenarbeit insbesondere mit Akteuren aus, Umwelt- und Wirtschaftsverbänden der Land- und Forstwirtschaft, der interessierten Bürgerschaft und der Wissenschaft, sollen möglichst viele Belange berücksichtigt werden und Lösungen geschaffen werden. Die neu in Betrieb genommene Ermstalbahn ist z. B. in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Baustein für umweltschonende Verkehrssysteme.
Durch die landschaftspotenzial-bezogene touristische Vermarktung (z. B. zur Geologie oder zur Geschichte) und durch Bewußtseinsbildung bei den Gästen soll die Natur- und Kulturlandschaft erhalten werden, denn diese ist durch die herkömmliche touristische Nutzung gefährdet (vgl. NAGEL 2000). Eine intakte Natur- und Kulturlandschaft ist heutzutage von wesentlicher Bedeutung, um den Ansprüchen der Touristen gerecht zu werden.


Zurück zur Übersicht
Weiter zum Thema 5




Protokoll: Walburg Speidel und Christina Bocher
html und Koordination: Tobias Schiller und Stefan Zucht
Stand: 05/2001