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Philosophisches Seminar

Prof. Dr. Manfred Frank

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Salomon Maimon - zwischen Kant und Fichte

Seminar (Wintersemester 2003/04)
Di, 16-18 Uhr (Beginn 14.10.2003), Konferenzraum Burse

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+++ aktuell, für die Teilnehmer des Seminars zu Maimons "Versuch einer neuen Logik" im WIntersemester 2005/06: Die Rohfassung meiner Version der Maimonschen "Logik" ist unten im "Virtuellen Reader" herunterzuladen. Inwieweit wir diese Homepage weiterhin nutzen werden, um etwa Thesenpapiere oder andere Primär- und  Sekundärtexte leichter zugänglich zu machen, können wir im Seminar vereinbaren +++

Zur Einführung


Salomon MaimonSalomon Maimon (um 1753-1800) ist nicht nur der Philosoph mit der wohl außergewöhnlichsten Lebensgeschichte, die sogar für seine an biographischen Risiken und entsprechend auch Verwerfungen nicht gerade arme Zeit geradezu unglaublich erscheinen muß. Maimon ist vielmehr auch, als origineller Selbstdenker in einem ganz besonderen Wortsinn, der eigentliche Mittler zwischen Kants Kritizismus und dem Deutschen Idealismus.

Kant selbst, dem die Tendenz Maimons zu einer 'Releibnizianisierung' der Transzendental- philosophie sehr ungelegen kam, sagt nach der Lektüre des Maimonschen Versuch über die Transscendentalphilosophie (1789), „dass nicht allein niemand von meinen Gegnern mich und die Hauptfrage so wohl verstanden, sondern nur wenige zu dergleichen tiefen Untersuchungen soviel Scharfsinn besitzen möchten, als Hr. Maymon“ (Brief an Marcus Herz vom 26. May 1789).

Und Fichte schreibt an Reinhold, den dies Urteil kränken musste, weil er sich selbst als den entscheidenden Fortführer Kants verstand: „Gegen Maimons Talent ist meine Achtung grenzenlos; ich glaube fest, und bin erbötig es zu erweisen, daß durch ihn sogar die ganze Kantische Philosophie, so wie sie durchgängig, und auch von Ihnen verstanden worden ist, von Grund auf umgestoßen ist. Das alles hat er getan, ohne daß es jemand merkt, und indes man von seiner Höhe auf ihn herabsieht. Ich denke, die künftigen Jahrhundert werden unserer bitterlich spotten“ (Brief vom Marz/April 1795).

Zugleich eine Würdigung von Maimons nicht exakt datierbarem 250. Geburtstag im Jahr 2003 oder 2004, scheint die Lektüre von Maimons Erstling im Rahmen eines Seminars gerade auch als Einstieg ins Kant-Gedächtnisjahr 2004 besonders geeignet und aufschlussbringend.

Maimons Vortrag seiner philosophischen Position ist schwierig und unübersichtlich. Für die Teilnahme am Seminar sind dabei ordentliche Kenntnisse Humes, der theoretischen Philosophie Kants unerlässlich, Vertrautheit mit Fichtes philosophischen Anfängen ist hilfreich.

Mit dieser Internetseite soll die Organisation des Seminars und insbesondere die Vor- und Nachbereitung der Seminarsitzungen unterstützt werden. Sie soll neben der Zusammenfassung von allgemeinen Informationen zur Organisation (z.B. zu Teilnahmevoraussetzungen, zum Scheinerwerb oder zum Seminarplan) insbesondere die Funktion eines virtuellen Readers und Apparats übernehmen, indem neben einer Auswahlbibliographie die für das Seminar relevanten Texte Maimons sowie weiteres Material auch in digitaler Form zugänglich gemacht werden.

Außerdem sollen nach Möglichkeit und Bedarf auch die jeweils vorliegenden Thesenblätter zur Stundeneinführung nach den jeweiligen Seminarsitzungen zur erleichterten Nachbereitung gesammelt werden.

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