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Philosophisches SeminarProf. Dr. Manfred Frank
Salomon Maimon - zwischen Kant und FichteSeminar (Wintersemester 2003/04)
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Kant selbst,
dem die Tendenz Maimons zu einer
'Releibnizianisierung' der Transzendental- philosophie sehr ungelegen
kam, sagt nach der Lektüre des
Maimonschen Versuch über die
Transscendentalphilosophie (1789),
„dass nicht allein niemand von meinen Gegnern mich und die Hauptfrage
so wohl verstanden, sondern nur wenige zu dergleichen tiefen
Untersuchungen soviel Scharfsinn besitzen möchten, als Hr. Maymon“
(Brief an Marcus Herz vom 26. May 1789). Und Fichte schreibt an Reinhold, den dies Urteil kränken musste, weil er sich selbst als den entscheidenden Fortführer Kants verstand: „Gegen Maimons Talent ist meine Achtung grenzenlos; ich glaube fest, und bin erbötig es zu erweisen, daß durch ihn sogar die ganze Kantische Philosophie, so wie sie durchgängig, und auch von Ihnen verstanden worden ist, von Grund auf umgestoßen ist. Das alles hat er getan, ohne daß es jemand merkt, und indes man von seiner Höhe auf ihn herabsieht. Ich denke, die künftigen Jahrhundert werden unserer bitterlich spotten“ (Brief vom Marz/April 1795). Zugleich eine Würdigung von Maimons nicht exakt datierbarem 250. Geburtstag im Jahr 2003 oder 2004, scheint die Lektüre von Maimons Erstling im Rahmen eines Seminars gerade auch als Einstieg ins Kant-Gedächtnisjahr 2004 besonders geeignet und aufschlussbringend. Maimons Vortrag seiner philosophischen Position ist schwierig
und
unübersichtlich. Für die Teilnahme am Seminar sind dabei
ordentliche
Kenntnisse Humes, der
theoretischen
Philosophie Kants
unerlässlich, Vertrautheit mit Fichtes
philosophischen Anfängen ist hilfreich. Mit dieser Internetseite soll die Organisation des Seminars
und
insbesondere die Vor- und Nachbereitung der Seminarsitzungen
unterstützt werden. Sie soll neben der Zusammenfassung von
allgemeinen
Informationen zur Organisation
(z.B.
zu Teilnahmevoraussetzungen, zum Scheinerwerb oder zum Seminarplan)
insbesondere die Funktion eines virtuellen
Readers und
Apparats
übernehmen, indem neben einer Auswahlbibliographie die für
das Seminar
relevanten Texte Maimons sowie weiteres Material
auch in digitaler Form zugänglich gemacht werden. Außerdem
sollen nach Möglichkeit und Bedarf auch die jeweils vorliegenden Thesenblätter
zur
Stundeneinführung nach den jeweiligen Seminarsitzungen zur
erleichterten Nachbereitung gesammelt werden. |
[tiss] / ©2002 ZDV , Universität Tübingen , Philosophisches Seminar |