Internet-Literatur, Cyberliteratur, Hyperliteratur

- Nur ein momentaner "Hype", oder tatsächlich eine Erweiterung der klassischen, gedruckten Literatur?
- Jeder kann jetzt alles im Netz veröffentlichen, (fast) ohne Zensur, ohne Lektor, ohne Verleger. Jeder ein Künstler?
- "Kunst" oder Persönlichleitskult der Cyberliteraten?  

Inhalt & innere Form

Cyberliteratur durchbricht die Linearität des Textflusses. Handlungsstränge können beliebig parallel und gleichberechtigt sein. 
Cyberliteratur kann eine konsequente Weiterführung und Verbindung sein von Kubismus, polyperspektivischer Form, aber auch Videoinstallation und Pop Art.

Äußere Form: Multimedia?

Die äußere Form wird wichtiger und ist von Autor selbst bestimmt. Graphische Elemente, Photos, Klang, Videos und Animationen sind Teil des Gesamtkunstwerkes, nicht bloßer Selbstzweck. 
Cyberliteratur ist oft flüchtig, ungreifbar, Ausdruck der Sprunghaftigkeit unserer Zeit. Man kann sie sich nicht auf den Kaminsims stellen. Nie weiß man, ob Cyberliteratur morgen noch in derselben Form existieren wird. Nie ist sie abgeschlossen, sie kann in jedem Stadium öffentlich zugänglich sein. 

Leser

Der Leser wird zum aktiven Mitgestalter. Verlinkte Cyberliteratur ist das postmoderne Analogon zu barocken Lustgärten und Labyrinthen; voller Verstecke, Überraschungen, verborgener Schätze und Sackgassen.

Autor

Der Autor ist unabhängig von Verlegern, Lektoren und Buchhandlungen. Er kann direkt mit seinen Lesern in Kontakt treten.
Der Autor sitzt nicht mehr alleine zu Hause vor seiner Schreibmaschine, sondern ist während des Schreibens vernetzt, mit Lesern und anderen Autoren. Nicht nur das Lesen, auch der Schreibprozeß kann interaktiv werden.
Internet-Literatur ist für jeden im Netz zugänglich, gleichsam ein Ausdruck eines "neuen Idealismus" der desillusionierten "Generation X, Y und Z".